Adieu, lieber Mario Adorf!

Adieu, lieber Mario Adorf!Als Fotografin lernte ich IHN in Rom kennen und mochte es sehr, ihn zu fotografieren. Heute bin ich ehrenamtlich Vorsitzende von Respect & Remember Europe e.V.  Danach blieben wir in Kontakt. Als unser Verein sich mit vielen engagierten Unterstützern darum bemühte, das Hans-Albers-Anwesen am Starnberger See als einen Präventivort gegen Antisemitismus und einen Begegnungsort zu erhalten, war Mario Adorf unterstützend an unserer Seite. 
Hier ein Auszug aus einem Brief von ihm…. „Hier sehe ich in Ihrer Initiative, die Hans-Albers-Villa in Garatshausen wiederzubeleben, eine großartige Idee. Dem denkmalgeschützten Anwesen einen neuen, lebendigen Sinn wiederzugeben findet meine volle Unterstützung, und ich wünsche Ihrem Vorhaben das baldigste Gelingen bei den notwendigen Schritten dahin. Bitte halten Sie mich darüber auf dem Laufenden“.

Mario Adorf kannte Hans Albers noch aus der Zeit, als er an der Falkenberg Schule in München die Schauspielerei lernte. 

Der Freistaat Bayern, die CSU und die Grünen haben das Albers-Anwesen dann leider an die TU München verscherbelt, was Adorf ebenso schmerzte wie uns. Jetzt wird die Hans -Albers-Villa (die wir unter Denkmalschutz stellten) als authentischer Erinnerungsort zerstört und seiner einmaligen Geschichte beraubt. Nicht im Sinne von Hansi Burg und Hans Albers -im Gegenteil.  

Auf Mario Adorf konnte man sich verlassen, er war ein aufrechter Mann – einer mit deutlichen Worten und einem guten Empfinden, zurückhaltend und präsent, manchmal ein wenig schüchtern und mit einem wunderbaren Lächeln. 

Er hat sich immer wieder gegen Antisemitismus ausgesprochen, die Stimme erhoben und sich für das Nichtvergssen eingesetzt.

Adieu, lieber Mario Adorf, Menschen wie Sie werden heute so dringend gebraucht. Wir werden Sie sehr vermissen und nicht vergessen.