Offener Brief 11.06.2025
Omri Boehm soll an zwei staatlich finanzierten Orten in München auftreten

Sehr geehrte Damen und Herren und Interessierte,

diese und nächste Woche soll Omri Boehm an zwei staatlich finanzierten Orten in München auftreten: im Residenztheater und im Ägyptischen Museum. Das Marketing dafür sieht man überall in der Stadt. Mitveranstalter sind evangelische, katholische und jüdische Lehrstühle LMU sowie die SZ. Wir können nicht verstehen, warum er von den Organisatoren eingeladen wurde, und müssen gegen diese öffentliche Unterstützung Boehms scharf protestieren. 


Boehm nutzt jedes Forum, das sich im bietet oder auch anbiedert, das ist wohl schwer zu verhindern. Nur mit-veranstalten und fördern muss man das nicht. Wenn der Lehrstuhl für jüdische Geschichte und Kultur mit weiteren Mitveranstaltern meint, eine kritische Kontroverse begleiten zu müssen, dann gehört eine Debatte mit offenem Visier dazu. Sprich, dann hätte ein fundierter Gesprächspartner dazu gehört, und nicht Steigbügelhalter und Werbefritzen spielen für Institutionen wie Residenztheater und Ägyptisches Museum mit SZ, die durch ihre bisherigen Aktivitäten auf diesem Sektor nicht einmal als Israel-neutral, geschweige denn Israel-würdigend betrachtet werden können.Boehm tut sich leicht, Israel nahezulegen, auch die andere Wange zum Geschlagenwerden, genauer gesagt zum Massakriert-werden hinzuhalten. Er lebt ja nicht im Land.

Couragierte, kluge Gegenstimmen wie H. M. Broder, J. Schuster, M.Friedman, L. de Winter, werden nicht dazu eingeladen, jemandem wie Boehm Paroli zu bieten. Das wäre das Mindeste. Und so kann Boehm ungestört dem Publikum das Hirn vernebeln.

Omri Boehm lebt in einem zusammengeschusterten Paralleluniversum und verbreitet statt verlässlicher Informationen verzerrte Bilder von und einseitige Hetze gegen Israel. Er bezeichnet Yad Vashem als Instrument politischer Manipulation, er relativiert den Holocaust und vergleicht ihn mit der Nakba. Wir sehen dies als eine Beleidigung des Gedenkens an die Shoah-Opfer – Sie nicht? 

Die Bayerischen Staatsminister und ihr Ministerpräsident, die sich immer wieder gegen Antisemitismus stellen wollen, überlassen zwei staatliche Bühnen Omri Boehm. Das ist unerträglich – gerade dieser Tage, in denen Israel ständig als Aggressor am Pranger steht und keine Kritik an der Hamas zu hören ist. Israel wurde durch das brutale Massaker am 7. Oktober 2023 in diesen Krieg gezwungen, 57 Geiseln sind immer noch nicht frei.

Die Mehrheit in Europa lässt sich von der Hamas-Propaganda einfangen. Hierzu passt die Einladung eines, Märchenerzählers der dafür bekannt ist, sich nicht an Fakten zu halten. Boehm bezeichnete die Erinnerungskultur als »goldenes Kalb«, forderte die »Kunst des Vergessens« und nannte Yad Vashem eine »Waschmaschine« für rassistische Politik.

Ist das sensibel? Ist das vertretbar dieser Tage, in denen eine Welle des durchaus auch von Boehm mitgeschürten Judenhasses über Deutschland, Bayern und München fegt? Können Sie das in Anbetracht der drastisch steigenden Zahl von Gewalttaten gegen Juden (siehe den aktuellen RIAS-Bericht) verantworten?

Was wäre das für eine Doppelmoral und Heuchelei, wenn Sie Antisemitismus angeblich bekämpfen, aber gleichzeitig diesem Redner eine Bühne bieten, der populistisch verzerrte, einseitige Impressionen liefert und damit weiter Hass und Desinformation streut. Boehm baut keine Brücken, er reißt sie ein. Das Szenario erinnert an 1933.

So kann und darf man heute der Welle des Antisemitismus nicht begegnen. Verstehen Sie nicht die erneuten Verletzungen, die Sie mit diesen Events anrichten? Viele Juden in Deutschland wie auch in München überlegen derzeit, wohin sie auswandern können. Warum wohl?

Wir fordern, dass die beiden geplanten Auftritte Boehms in staatlichen Kulturinstitutionen ersatzlos abgesagt werden! Bitte lassen Sie uns wissen, was Sie entscheiden. Bei Fragen mailen Sie uns gerne.

Mit irritierten Grüßen 
Respect & Remember Europe e.V.

Hier kann man sich weiter über Omri Boehm informieren, wir haben Auszüge daraus entnommen. Von Mena Watch 13 Teile zu den „Wahrheiten“ von Omri Boehm, bestens recherchiert. 

https://www.mena-watch.com/die-methode-omri-boehm-juden-als-taeter-teil-1/

Glaubt man Boehm, „dann verhalten sich deutsche und europäische Rechtsextremisten zu israelischen Politikern wie Kapuzineräffchen zu King-Kong“. 

„Kein europäischer Rechtsextremist könne je in seinem Leben so schlimm sein wie ein jüdisch-israelischer“. Boehm

Boehm nennt Israel „ethnonationalistisch“.

„Wenn die Gründung eines jüdischen Staates ein Teil der Geschichte des Holocaust ist …, dann ist auch die Nakba ein untrennbarer Teil der Geschichte des Holocaust“. Boehm

„Die Juden sind schuldig« – diese freudige Nachricht überliefert Omri Boehm den Deutschen nicht verklausuliert. Er fällt immer mit der Tür ins Haus: Juden seien Täter! Die jüdischen Israelis dürften sich nicht »der Geschichte ihrer Opferschaft« – gemeint ist die Auslöschung der europäischen Juden – erinnern, »ohne sich ihrer Rolle als Täter zu erinnern«, dekretiert er“.

Es gibt in Deutschland eine stetige Nachfrage nach dem, was Boehm anbietet: 

Dämonisierung Israels; Verdammung des Zionismus seit Theodor Herzl; 
die jüdische Staatsgründung als von langer Hand geplante »ethnische Säuberung«; 
Juden als Alleinverantwortliche für den arabisch-israelischen Konflikt; 
Schmähung und Verleumdung des Holocaust-Gedenkens.
 
…“Das alles sind seit langem Basiswerkzeuge der Anti-Israel-Bewegung, von rechts und links. Aber es entsteht ein gewisser Mehrwert, wenn der gleiche Quark aus dem Spritzbeutel eines jüdisch-israelischen Autors kommt. Der vermeintliche israelische Kronzeuge gibt deutschen Antisemiten Brief und Siegel auf das, was sie ohnehin denken. Theodor Lessing beschrieb vor über 90 Jahren in seinem Buch Der Jüdische Selbsthass die Bedrohung, der die Juden durch antisemitische Juden – wie etwa Otto Weiniger …

„Eine Geschichtsklitterung besteht indessen nicht nur darin, dass Boehm den arabischen Überfall auf Israel und die von arabischen Armeen und Milizen verübten Massaker verschweigt – er geht noch viel weiter: Von jeglichem Handeln arabischer Regierungen und der Arabischen Liga erfährt der Leser nichts, ebenso wenig wie von der Existenz der arabischen Armeen und Milizen … wann immer Boehm Araber erwähnt, sind sie passive, wehrlose und unschuldige Opfer“. 

„Zu einem Krieg gehören mindestens zwei Kriegsparteien, doch bei Boehm gibt es nur eine, die Juden. Die palästinensischen Araber sind für ihn ausschließlich Opfer, und die angreifenden arabischen Armeen kommen praktischerweise gar nicht erst vor. Wenn jemand nicht weiß, dass Ägypten, Syrien, Transjordanien, der Libanon und der Irak gleich nach der israelischen Unabhängigkeitserklärung den neugegründeten Staat Israel angegriffen haben, mit dem erklärten Ziel, ihn zu vernichten, wird er es von Boehm nicht erfahren. Über die zahlreichen von arabischen Armeen und Milizen verübten Gräueltaten an Juden – etwa das Krankenwagenkonvoymassaker am Mount Scopus in Jerusalem am 13. April 1948, das Massaker von Kfar Etzion am 13. Mai 1948 oder das Massaker in der Ölraffinerie von Haifa, hüllt Boehm den Mantel des Schweigens2.

…“Man stelle sich Folgendes vor: Ein Autor veröffentlicht ein Buch über den Zweiten Weltkrieg und verschweigt darin, dass Deutschland den Krieg begonnen hat. Er verschweigt die erklärten deutschen Kriegsziele, die Offensiven der Wehrmacht, die deutschen Luftangriffe auf Warschau, Rotterdam und England, die massenhafte Ermordung von Juden durch Wehrmacht und SS. Er verschweigt die Massaker von Oradour, Lidice, … ebenso wie die endlos lange Liste sonstiger von den Deutschen begangenen Kriegsverbrechen, einschließlich der Versklavung und Ermordung von Kriegsgefangenen und Zivilisten… Stattdessen redet Boehm  ausschließlich von den Taten der Alliierten: wie sie deutsche Städte bombardierten und anzündeten, … Millionen Deutsche aus Ostpreußen, Schlesien, Hinterpommern und dem Sudetenland vertrieben und in Deutschland eine Besatzung errichteten. Diese Besatzung stellt der Autor dann womöglich noch als völkerrechtswidrig dar. Derartige Bücher existieren, sie werden seit Jahrzehnten in rechtsradikalen Verlagen verlegt und haben viele Leser,“ …

… „Eine ähnliche Form der Geschichtsklitterung und Schuldumkehr wird von Israelhassern seit Jahrzehnten im Hinblick auf den arabisch-israelischen Krieg von 1948 betrieben. Das Ziel: die Rollen von Angegriffenen und Angreifern zu vertauschen. Die Juden sollen als Täter erscheinen, der jüdische Staat als ein von Anfang an verbrecherisches, illegitimes Projekt“…

…“Boehm übernimmt aus Darstellungen israelischer Geschichte nur das, was seine Argumentation stützt. Jede Behauptung, die den Zionismus, Theodor Herzl, David Ben Gurion oder den Staat Israel in ein schlechtes Licht setzt, saugt er begierig auf und wiederholt sie in seinem Buch – mag sie wahr sein oder nicht“….

„…verfälschten Zitats aus den Tagebüchern Theodor Herzls den Begründer des modernen Zionismus zu einem Stichwortgeber ethnischer Säuberungen machen will“.

… „Was aber mag den Bundespräsidenten dazu bewogen haben, ausgerechnet Omri Boehm mitzunehmen, der sich damit einen Namen gemacht hat, dass er in deutschen Zeitungen die Apartheidlüge gegen Israel verbreitet, und der in seinem Buch „Israel – eine Utopie“ die erwiesenermaßen falsche Behauptung aufstellt, Theodor Herzl, der Begründer des modernen Zionismus, habe „Palästinenser“ vertreiben wollen?“…

 Welches Signal sandte Steinmeier da an seine israelischen Gastgeber?

…“Boehm will den deutschen Lesern den Eindruck vermitteln, das israelische Parlament – und damit notwendigerweise auch dessen Wählerschaft, die israelische Bevölkerung – bestehe aus Rechtsradikalen“….

…“Die Juden sind schuldig, lautet also die Botschaft. Das wird in Deutschland immer wieder gern gehört und erklärt den Erfolg von Boehms Buch. Den Juden dabei zu helfen, sich als „Täter“ zu fühlen, betrachtet Boehm als seinen Auftrag“…

…“Das Hauptanliegen von Omri Boehms Buch Israel – eine Utopie ist es, die Geschichte des arabisch-israelischen Kriegs von 1948 umzuschreiben. Indem er historische Tatsachen in ihr Gegenteil kehrt, führt er eine Täter-Opfer-Umkehr durch“….

…“Zu diesem Zweck muss Boehm freilich alle wesentlichen Fakten verschweigen und zahlreiche Fälschungen vornehmen. Man kann sagen: Er erfindet seine eigene Geschichte und verdreht Quellen so, dass sie seine These scheinbar stützen.“…

PS In München: das Jüdische Museum wie auch die Kammerspiele Habibi/Kiosk haben einseitige Referenten gegen Israel eingeladen um verzerrte Bilder zu vermitteln, wie kann das in der Stadtgesellschaft und dem Stadtparlament einfach hingenommen werden? Und ebenso wurden auch BDS Unterstützer im NS-Dokuzentrum und der Stuck-Villa eingeladen u.a. Die Clubszene in München wie u.a. Import-Export ist ständig mit Musikern und Bands pro-palestine und Anti-Israel vertreten und wurde/wird vom Kulturreferat gefördert? Wie kann das sein?